Interview: 10 Fragen an Jurek Gralak

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jurek gralak

Jurek Gralak ist ein Photoshop-Künstler aus der schönen Schweiz, der vielen auch unter dem Pseudonym „WayofArt“ bekannt sein dürfte. Seine Composings bestechen nicht nur durch seine perfekte Technik, sondern zeichnen sich vor allem durch seine Liebe zum Detail aus. So fügt er beispielsweise immer wieder selbst generierte 3D-Objekte in seine Arbeiten ein und erschafft so Bilderwelten, die man durch „normale“ Fotografie nie erreichen würde.

Es freut mich sehr, dass Jurek sich sofort bereit erklärt hat an meiner Interviewserie teilzunehmen.
Herzlichen Dank an dieser Stelle! 🙂

So, nun geht es aber los mit den 10 Fragen an Jurek Gralak und seine spannenden Antworten:

 

1) Jurek, erzähle uns doch bitte einmal kurz etwas zu Deiner Person.

Hallo Stefan, also ich heisse Jurek Gralak, bin 33 Jahre alt und lebe zusammen mit meiner Frau und meinem 2 jährigen Sohn in der schönen Schweiz in der Nähe vom Zürich. Hauptberuflich habe ich mich kürzlich neu orientiert und absolviere gerade eine Ausbildung zum Tätowierer. In meiner Freizeit widme ich mich, neben meiner Familie, fast ausschliesslich meiner Leidenschaft, der digitalen Kunst.

 

2) Am 30. November 2015 erscheint das Buch „Traumfabrik Photoshop: Faszinierende Artworks, außergewöhnliche Composings“, bei dem Du mit einem Kapitel vertreten bist. Wie kam es zu diesem Buch und kannst Du uns schon verraten, was uns in Deinem Kapitel erwartet?

Ich wurde Anfang des Jahres vom Rheinwerk Verlag angefragt, ob ich Interesse hätte an diesem Buchprojekt mitzuwirken. Zu dieser Zeit war ich gerade mein Steampunk Projekt am planen und schlug dies dem Verlag auch als Thema vor. Ich bekam also 80 Buchseiten, in denen ich ein Bild aus diesem Projekt vorstellen und ein sehr sehr umfangreiches Tutorial dazu schreiben konnte. Der Leser kann anhand dieser Anleitung das Bild 1:1 nachbauen und erfährt dabei jede Menge Tricks und erhält einen sehr guten Einblick in meinen Workflow. Ich bin echt glücklich über das Resultat und dass ich ein Teil dieses tollen Buches sein darf!

 

3) Du lässt in Deine Composings immer wieder 3D-Elemente einfließen. Welche Software benutzt Du bevorzugt und seit wann beschäftigst Du Dich mit 3D?

Ja das stimmt! Die 3D-Welt hat mich völlig in ihren Bann gezogen. Nun kann ich endlich auch Elemente in meine Bilder einbauen, die in real nicht existieren. Ausserdem macht es total viel Spass damit zu experimentieren. Zurzeit arbeite ich hauptsächlich in ZBrush. Diese Software ist so unglaublich toll um organische Figuren zu modellieren. Da kann ich meiner Fantasie freien Lauf lassen. Neben ZBrush nutze ich auch Cinema 4D, welches ich aber eher für technische Sachen nutze. Angefangen mit 3D Software zu arbeiten habe ich im März dieses Jahres, nachdem Uli Staiger bei mir als Referent in einem Workshop zu Gast war. Er hat mich unheimlich motiviert damit anzufangen.

 

4) Du arbeitest unter anderem als Trainer und bietest Workshops an. Was erwarten die Workshopteilnehmer bei Deinen Trainings?

Genau, ich biete Personal Coachings und hin und wieder Workshops an. Außerdem habe ich schon das eine oder andere Videotutorial produziert. Bei meinen Personal Coachings wird das Programm selbstverständlich an die Wünsche des Teilnehmers angepasst. Ich versuche im Vorhinein seine Stärken und Schwächen zu analysieren um ihn gezielt zu fördern. Natürlich mach ich auch aus meinem Workflow kein Geheimnis. Außerdem versuch ich die Leute für die Bildgestaltung zu sensibilisieren, was in meinen Augen viel zu oft vernachlässigt wird.

 

5) Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Composings? Deine Ideen sind ja oft schon ziemlich abgefahren… 

Die Inspiration ist immer und überall. Man muss einfach mit offenen Augen durchs Leben gehen. Oftmals sind es kleine Dinge, die mir den Input geben. Wenn mal eine Grundidee vorhanden ist, gehe ich meistens auf Pinterest und schaue was es zu diesem Thema schon alles gibt. Dies reicht meistens schon aus um meinen Kopf zum Rauchen zu bringen J

 

6) Gibt es einen Künstler, den Du besonders bewunderst? Wenn ja, warum?

Ich muss zugeben, dass nicht mehr wirklich einen Lieblingskünstler habe. Es gibt einfach so viele begabte Menschen auf diesem Gebiet. Ich stolpere immer wieder über neue Namen, deren Werke mich zu tiefst beeindrucken. Momentan sind das vor allem 3D Künstler wie z.B. Dominic Qwek oder Kurt Papstein, beide begnadete Creature-Creators. Diese Leute haben einfach eine unheimlich Fantasie und ein geniales Gefühl für Formen.

 

7) Du bietest verschiedenste fotografischen Dienstleistungen an. Welche Bereiche nehmen am meisten Zeit in Anspruch und was davon machst Du am liebsten? 

Es sind weniger die fotografischen Dienstleistungen, die meine Zeit in Anspruch nehmen. Die halten sich mehr oder weniger in Grenzen, da ich ja auch nicht der typische Fotograf bin. Das Shooting an sich ist meistens ein kleiner Teil des kreativen Prozesses. Viel mehr Zeit benötigen die Vor- und Nachbereitungen. Der größte Aufwand ist bei mir sicherlich die digitale Manipulation der Bilder. Wenn ich da neben dem klassischen Composen in Photoshop auch noch 3D Elemente erstellen muss, investiere ich schnell mal 40 Stunden und mehr für ein Bild. Neben der Ideenfindung liebe ich aber genau diesen Teil des Prozesses am meisten!

 

8) Wie war Dein beruflicher Werdegang und wie bist Du überhaupt zur Fotografie und zur Bildbearbeitung gekommen?

Als ich aus der Schule kam, habe ich als erstes ein gestalterisches Schuljahr absolviert, da ich eigentlich an eine Kunstschule gehen wollte. Irgendwie hat es mich dann aber doch in eine andere Richtung gezogen und ich habe als erstes eine Ausbildung zum Damenschneider gemacht. Gleich nach diesem Abschluss studierte ich an einer höheren Fachschule Schnitttechnik und machte mich gleichzeitig mit einem kleinen Schneideratelier selbstständig. Ich habe viel im Bereich der Feuer- und Chemieschutzbekleidung für eine große amerikanische Firma gearbeitet. Ein paar Jahre später war das Feuer sinnbildlich etwas erloschen. Ich habe mein Atelier aufgegeben und mich neu orientiert. Im, in der Schweiz führenden Unternehmen für Koi und Teichbedarf, konnte ich ein weiteres Hobby zum Beruf machen. Dort habe ich die letzten 6 Jahre im Bereich Marketing, Grafik und Verkauf gearbeitet. Diesen September habe ich einen weiteren Bruch gewagt und eine Ausbildung zum Tätowierer begonnen, was meiner Kreativität deutlich entgegenkommt.

Die Fotografie und Bildbearbeitung hat sich nebenbei entwickelt. Gestartet habe ich damals im Bereich des digital Painting, was wiederum aus meiner Airbrush-Leidenschaft heraus kam. Im Jahr 2012 bin ich das erst Mal ernsthaft mit der Software Photoshop in Berührung gekommen und wusste gleich, dass dies mein Medium ist. Die Fotografie habe ich mehr als Mittel zum Zweck gelernt um Ausgangsmaterial für meine Artworks zu haben. Dies ist auch heute noch so, nur dass noch der Bereich 3D dazu gekommen ist, was mir gleich wieder ein paar neue Möglichkeiten eröffnet, meine Bilder noch fantastischer zu gestalten.

 

9) Du hast in Deinen Werken schon einige Superhelden wie Spiderman oder Batman verarbeitet. Wenn Du ein Superheld sein könntest, welcher wärst Du gerne und was fasziniert Dich an diesem Charakter besonders?

Naja Superhelden sind einfach ein Teil meiner Kindheit und Jugend. Ich glaube aber das geht den meisten so. Wer wollte als Kind schon nicht wie Spiderman sich durch Häuserschluchten schwingen oder wie Superman Laser aus seinen Augen schießen? Wäre ich ein Superheld hätte ich gerne die Fähigkeiten von Spidy, das Aussehen von Thor und die Coolness von Wolverine… *lach*

 

10) Wie sieht Deine Planung für die nächsten Jahre aus? Wohin wird die Reise von Jurek Gralak gehen?

Na wenn ich das wüsste… In nächster Zeit stehen noch einige sehr coole Projekte und freie Arbeiten an, auf die ich mich sehr freue. Und ich bin mir sicher, dass es für mich auch danach nicht langweilig werden wird. Es ergeben sich immer neue Kooperationen und Projekte, so dass ich mir mittlerweile meine Zeit gut einteilen muss. Mein persönliches Ziel ist es jedoch meine Skills im 3D Bereich auszubauen und die Qualität meiner Bilder weiter zu steigern. Und das Wichtigste überhaupt: Mein Hobby weiter mit Leidenschaft betreiben.

 

Links:

wayofart.ch
Facebook
Zum Buch: „Traumfabrik Photoshop: Faszinierende Artworks, außergewöhnliche Composings“

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